Gewerkverantwortlicher: Hans Thölken

Der Zimmermann / De Timmermann

Die Anfänge der Zimmerei reichen bis in die Sagenzeit zurück. Die Witterungsverhältnisse und die Notwendigkeit, sich gegen wilde Tiere zu schützen, zwangen den Menschen schon frühzeitig zum Wohnungsbau.

Neben den Schmieden gehörten die Zimmerleute wohl zu den frühesten Handwerkern. Das Arbeitsfeld der Zimmerer umfasste ursprünglich praktisch alle Holzarbeiten mit Ausnahme der Haushaltsgeräte.

In 13. Jahrhundert begann ein Spezialisierungsprozess, der dazu führte, dass sich Spezialhandwerker für bestimmte Arbeiten mit Holz von den Zimmerern abspalteten. In der ersten Linie waren es die Wagner oder Stellmacher, die Holzbildhauer und die Kistler, aus denen sich später die Bau- und Möbeltischler entwickelten.

Die Lehrzeit der Zimmerer beträgt drei Jahre. Nach der Lehrzeit geht der Zimmergeselle oft auf Wanderschaft. Die Wanderdauer der Gesellen beträgt drei Jahre und einen Tag. Während dieser Zeit darf der reisende Zunftgeselle seinen Heimatort im Umkreis von 50 km nicht betreten, außer zu Ereignissen, wie schwerer Krankheit oder Tod der engsten Familienangehörigen. Der Stenz ist der Wanderstab des wandernden Gesellen. Die Zunftbekleidung der Gesellen nennt man Kluft.

Während in den meisten Gewerken des Handwerks sich das Arbeitsfeld oft verschoben hat, blieben die Arbeiten des Zimmermanns über mehr als tausend Jahre kaum verändert. Dieses gilt auch für sein Werkzeug wie Hammer, Winkel, Drechsel, Zollstock und Wasserwaage.