Gewerkeverantwortliche: Renate und Werner Günther

Web- Klöppel- Spinn und Schneiderstube

Früher war die Zunft der Leinenweber die größte und älteste aller Zünfte. In manchen Gegenden standen tausende von Webstühlen. Dort wurde nicht nur für den eigenen Bedarf, sondern für Leinwandhändler gearbeitet. Man webte meist Grob- und Packleinen, Drell, Zwillich, für Hemden und Bettzeug  glatte Leinwand, Hausleinwand und blauweiß gestreifte Ware. Geschickte Weber webten auf Webstühlen mit vielen Schäften komplizierte Muster. Am schwierigsten und nur von wenigen beherrscht war die Damastweberei. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kamen dann mit der Industrie maschinelle Webereien auf. Deren große Bleichen wurden dann oft zu Wahrzeichen einer Gegend.

Auf den Webstühlen in den Moordörfern webte man im allgemeinen einfache Webwaren für den täglichen Bedarf. Gewebt wurde ebenso wie das Spinnen nach Beendigung der Erntearbeiten im Herbst und Winter.

Der Klöppel ist eine hölzerne Garnspule, in deren Innenteil sich Garn befindet. Mit Hilfe vieler Klöppel werden mit Kreuzen, Drehen und Knüpfen von Fäden die reich bemusterten Spitzen hergestellt. Das Klöppeln ist eine sehr anstrengende und zeitraubende Arbeit.

Das Klöppeln kommt aus Belgien, von dort wurde es von Barbara Utmann, Tochter eines Bergwerkbesitzers, ins Erzgebirge nach Annaberg Buchholz gebracht um dort die Not der Bergmannsfamilien zu lindern und Arbeit zu schaffen. Aber auch auf den Dörfern unserer Gegend gab es die Herstellung von Spitzen, das Klöppeln in Heimarbeit.

Wintertags trafen sich Frauen und Mädchen zum Spinnen, Weben und zum Klöppeln. Auch damit sorgten sie für einen dringend notwendigen Nebenverdienst.