Gewerkverantwortlicher: Werner Günther

Korbmacher oder Flechtwerkgestalter

Ein Korbmacher ist ein handwerklicher Produzent und Reparateur von meist aus Weidentrieben geflochtenen Körben. Ausbildet werden Korbmacher in Deutschland heute unter der neuen Berufsbezeichnung Flechtwerkgestalter.

In früherer Zeit waren viele Korbmacher zugleich auch Korbhausierer. Bis zu ihrer zunehmenden Verdrängung durch industrielle Produkte aus Draht und Kunststoff waren mit Rohr geflochtene Körbe ein ständig benötigter Gebrauchsgegenstand in der Landwirtschaft, im Handwerk und in den Haushalten. Das Korbflechten war eine klassische Noterwerbsweise. Soweit nicht die ländliche Bevölkerung ihre Körbe selbst herstellte, bezog sie sie von migrierenden Korbmachern und Korbhausierern.

War ein Dorf abgelaufen und hatte sich die Nachfrage erschöpft, wurde das nächste angelaufen. Das Rohmaterial für den Nachschub fand sich kostenlos in der Natur vor. Weiden bestandene Bach- und Flussläufe bildeten die klassische Ressource der Korbmacher, die die abgeschnittenen Korbweidenruten zunächst in Wasser einweichen mussten, um sie zu verarbeiten. Heutzutage treten viele Korbflechter auf Märkten auf, um sich, ihr Handwerk und ihre Produkte bekannt zu machen und zu verkaufen.

Heute werden feine Körbe und andere Gegenstände aus Peddigrohr (Rattan) hergestellt. Es benötigt eine wesentlich kürzere Einweichzeit als Weide und ist schon im trockenen Zustand sehr elastisch. Der Begriff Rattan stammt aus dem Malaiischen (dort: rotan). Peddigrohr kommt aus dem niederdeutschen paddik ‚Pflanzenmark‘. Im deutschen Sprachgebrauch wird mit „Rattan“ oft die Außenhaut der Triebe oder der ganze Trieb, mit „Peddigrohr“ das Innere der Triebe bezeichnet.