Gewerkeverantwortliche: Christian Maier/Ralph Bröker

Das Drechseln hatte seine Blütezeit im Mittelalter.Künstler wie Leonardo da Vinci und Veit Stoß machten sich um die Drechselkunst verdientZünfte regelten die Ausbildung und Ausübung des Gewerbes nach strengen Maßstäben.

Die Industrialisierung in späterer Zeit führten zum Niedergang der herkömmlichen Ordnung und Einschätzung der Handarbeit. Massenprodukte überschwemmten den Markt, auch mit all dem, was vorher die Drechsler geschaffen hatten.Diese schwerwiegende Etwicklung brachte das Drechslerhandwerk an die Grenze seiner Existenzfähigkeit. Gedrechseltes erfuhr geradezu Verachtung; die Werkstätten verschwanden aus den Städten, nur wenige hielten sich auf den Dörfern.

Das Interesse an Drechslerarbeiten ist jedoch nie ganz erloschen. Nur fehlte es an der Chance, unserer Zeit auch auf diesem Gebiet Ausdruck zu verleihen.

Drechsler
Drechsler, ausdrehen eines Bechers mit dem Haken

Das Hobbydrechseln hat durch die vermehrte Freizeit sehr zugenommen. Damit wird erneut Interesse geweckt, das dem Drechslerhandwerk auch gebührt, denn Fragen der Formgebung kann es durchaus überzeugend beantworten.

Die Technik des Drechselns ist seit altersher die gleiche geblieben. Die Drehbank hat sich im Prinzip seit Jahrhunderten kaum verändert. Die Entwicklung ging von der sogenannten Fitzelbank im Orient mit Einhandbetrieb über die Wippendrehbank mit Fußbetrieb, wodurch mit beiden Händen gearbeitet werden konnte, bis zu den Wasser- und Elektroantrieben.

Auf dem Lilienhof hat sich der Drechslerstammtisch unserer Region eingerichtet. Hier werden Themen ums drechseln behandelt und praktisch gearbeitet.